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Wenn du nicht den Luxus hast, dass die Verlage bei dir vor der Tür Schlange stehen, um dein Buch zu veröffentlichen, oder wenn du einfach gerne selbst die Initiative ergreifst, kommst du irgendwann an den Punkt, an dem du dein Buchcover gestalten möchtest oder musst.

Ich kenne viele Autoren, die wunderbar schreiben können. Mit grafischer Gestaltung haben sie jedoch nichts am Hut. Entsprechend schieben sie diese Aufgabe unnötig lange vor sich her. Keine Sorge, du musst jetzt nicht in Panik geraten. Wenn du dein Buchcover gestalten wirst, ist das nur eine andere Form kreativer Tätigkeit mit anderen Tools und Regeln. Es macht Spaß und ist einfach. Damit du ganz alleine da stehst, habe ich dir fünf Tipps zusammengestellt, worauf du beim Buchcover-gestalten achten musst.

Dein eigenes Buchcover gestalten: Mit diesen Tipps wird’s zum Kinderspiel

Es gibt ein paar Regeln, die du bei der Gestaltung deines Buchcovers einhalten solltest. Auch, wenn man sagt „Don’t judge a book by its cover.“, tun wir es doch alle. Vor allem und gerade bei Büchern. Und genau das kannst du dir zunutze machen. Mit einem Blick auf deinen Titel muss deinem künftigen Leser klar sein, was er bei dir erwarten kann. Das hat den Vorteil, dass du genau die richtigen Leser anziehst. Und diejenigen, für die dein Buch nicht das richtige ist, auch entsprechend vorwarnst.

Mit wenigen Schritten kannst du also erreichen, dass dein Cover nicht nur hübsch aussieht, sondern deinem Buch und deinen Lesern dabei hilft, zueinander zu finden. Und wie beim Schreiben fängt alles mit Recherche an.

1. Recherche

Auch, wenn dein Buch natürlich einzigartig ist und so ein Buch noch nie geschrieben wurde, gibt es wahrscheinlich schon ähnliche. Vielleicht gibt es sogar sehr erfolgreiche Bücher in deinem Roman-Genre. Schau dir ihre Cover an und überlege, was sie gemein haben. Die einfachste Möglichkeit ist, auf amazon.de zu gehen und dort dein Genre einzugeben.

Willst du zum Beispiel ein Titelbild für einen Fantasy-Roman schreiben, gibst du einfach Fantasy-Romane ein. Du wirst sehen, dass die meisten Cover etwas gemein haben. Buchcover für Fantasy-Romane zeichnen sich aus durch

  • kräftige Farben,
  • verspielte Schriftarten,
  • große Buchtitel,
  • ein zentrales Bild, das entweder den Helden, die Heldin oder einen Gegenstand oder eine Landschaft aus der Fantasy-Welt zeigt.

Die gleiche Mini-Recherche für Krimis ergibt

  • dunkle Farben mit starken Kontrasten,
  • klare (serifenlose) Schriftarten,
  • verschwommene Bilder bzw. Bildausschnitte (zum Beispiel nur eine Hand)

Wahrscheinlich erkennst du in jeder Buchhandlung unabhängig von Titel und Klappentext bei einem großen Teil der Bücher, ob sie zu deinem Genre gehören oder nicht – und das allein an Hand des Covers. Das Ergebnis deiner Recherche sollten die Elemente sein, die dafür ausschlaggebend sind, dass du das kannst. Und diese Elemente verwendest du dann auch in deinem eigenen Buchcover. Einen Fantasy-Roman, der ein Suhrkamp-Philosophie-Buchcover hat, kaufen – wenn überhaupt – die falschen Leser, die dann enttäuscht sind von deinem Buch.

2. Farbauswahl

Die Grundlagen für die Farbauswahl hast du schon in der Recherche getroffen. Du wirst dein Krimi-Cover sicher (hoffentlich) nicht blass-lila einfärben. Farben treffen aber zusätzlich noch Aussagen, und mit diesen solltest du dich auseinandersetzen, um die richtigen Farben zu wählen. Gute Ansatzpunkte, die mal mehr, mal weniger esoterisch sind, findest du, wenn du nach „Farbpsychologie“ googelst, oder beispielsweise hier.

Die Farbe rot hat beispielsweise Signalwirkung. Du solltest sie bei einem Liebesroman allenfalls sehr sparsam einsetzen, genau so bei einer Komödie. Bei einem Krimi ist rot ein toller Kontrast zu schwarz oder einem dunklen grau.

Es gibt Farben, die man sehr selten bei Buchtiteln sieht. Beispielsweise braun. Es gibt wenige Menschen, deren Lieblingsfarbe braun ist, und dein Buch sollte nicht als einziges eine Farbe haben, die aus gutem Grund niemand anderes wählt.

3. Schriftart

Die erste Entscheidung, die du im Hinblick auf die Schriftart treffen musst, lautet „Serifen ja oder nein?“ Serifen sind die kleinen Striche oben und unten an den Buchstaben. Sie dienen dazu, dem Auge des Lesers eine Linie als Hilfestellung zu zeigen. Für MyNextSelf verwende ich eine serifenlose Schriftart.

Vor einigen Jahren noch gab es die klare Empfehlung, am Bildschirm serifenlose Schriftarten zu verwenden und bei gedrucktem Material Serifenschriftarten, weil es so einfacher zu lesen ist. Wenn du dir aktuelle Veröffentlichungen anschaust, wirst du feststellen, dass das offensichtlich nicht mehr gilt. Serifenlose Schriftarten sind mittlerweile viel weiter verbreitet.

Ich empfehle, beim Buchcover-Gestalten genau so vorzugehen. Die meisten Titel, die man heute sieht, verwenden serifenlose Schriftarten. Sie wirken klarer und schnörkelloser. Achte bei der Auswahl darauf, dass die Buchstaben klar und deutlich zu lesen sind, auch von einiger Entfernung.

Bei speziellen Genres wie Fantasy oder Science Fiction kannst du dich mit den Schriftarten auch ein wenig austoben, da der Leser erwartet, dass die Schriftart zum Inhalt passt. Eine umfangreiche Auswahl an Schriftarten passend zu Buch-Genres findest du bei creativindie.com. Beachte aber auf jeden Fall, dass Schriftarten urheberrechtlich geschützt sind. Wenn du dich für eine entschieden hast, recherchiere, unter welcher Lizenz du sie verwenden darfst. Wenn du mit der Schriftart dein Buchcover gestalten willst, solltest du in jedem Fall eine kommerzielle Lizenz erwerben. Das Gute ist: Viele Schriftarten sind relativ günstig.

4. Bilder

Wahrscheinlich möchtest du dein Cover mit einem Bild noch ansprechender machen. Wenn du nicht gut zeichnen oder malen kannst, dann solltest du es an dieser Stelle auch definitiv lassen. Denn dein Titel soll ja professionell aussehen. Es gibt ein paar Möglichkeiten, wie du trotzdem an Bilder kommen kannst.

Es gibt mehrere Webseiten, wo du Freelancer beauftragen kannst, eine Grafik für dich zu entwerfen (unterschiedlich teuer und mit unterschiedlicher Qualität, zum Beispiel 99designs.de oder fiverr.com). Wenn du dich für einen solchen Dienst entscheidest, ist es wichtig, dass du ein sehr genaues Briefing verfasst, in dem du detailliert beschreibst, was du haben möchtest. Denn sonst bekommst du irgendetwas anderes und gibst unnötig Geld aus.

Eine andere Möglichkeit ist die Verwendung von Fotos. Es gibt zahllose Quellen von Stockphotos im Internet. Das sind qualitativ hochwertige Bilder, für deren Nutzung man unterschiedlich viel zahlt. Beispiele sind: Getty Images, Fotolia oder iStock Photos. Bevor du jetzt allerdings munter Bilder runterlädst und Lizenzen kaufst, schau dir zunächst genau an, ob du diese Lizenz für ein Buchcover nutzen darfst. Wenn du dir unsicher bist, schreibe den Support der jeweiligen Seite an und lasse dir schriftlich bestätigen, dass das, was du damit vorhast, durch die Lizenz abgedeckt ist.

5. Tools

Wenn du ein Grafik-Profi bist, wirst du Photoshop verwenden. Photoshop ist sehr mächtig und bietet dir alle Möglichkeiten, die du dir wünscht. Wenn du dich nicht damit auskennst, wirst du allerdings sehr viel Zeit damit verbringen, das Programm kennenzulernen. Mittlerweile ist es gar nicht mal mehr so teuer wie früher, da Adobe auf ein Abo-Modell umgestellt hat. Wenn du allerdings nicht regelmäßig Graphiken mit Photoshop erzeugst, sondern damit nur dein Buchcover gestalten willst, empfehle ich es für Einsteiger nicht.

canva.com ist eine einfache und kostenlose Alternative zur Bildbearbeitung. Wenn du zum ersten Mal ein Buchcover gestalten willst und nicht erfahren bist in der Bildbearbeitung, empfehle ich es dir uneingeschränkt. Ich gestalte einen großen Teil meiner Grafiken mit canva, Photoshop nutze ich nur, wenn ich etwas „Kniffligeres“ mache.

canva verfügt über viele Vorlagen, unter anderem auch für E-Book-Cover. Hier kann man sich fertig gestaltete Cover anschauen und gestalten. Ich habe diesen Punkt dennoch bewusst ans Ende dieser Liste gesetzt, da es sehr wichtig ist, dass du die Entscheidungen zu Punkt 1 bis 4 triffst, bevor du in canva ein fertiges Cover nimmst und etwas umgestaltest. Die Versuchung ist dann nämlich groß, einfach etwas „Hübsches“ zu nehmen, das aber leider nicht zu deinem Buch passt.

Dieser Artikel ist Teil meiner Reihe Autor werden. Zu dieser Reihe zählen die folgenden Artikel:

Ich hoffe, diese Tipps konnten dir helfen und du entdeckst bald auch dein grafisches Talent!

Wirst du dein eigenes Buchcover gestalten? Welche Tipps hast du?

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