Gerade hat das Jahr 2017 angefangen. Ich habe mir noch nie „gute Vorsätze“ für ein neues Jahr überlegt. Ich glaube nicht daran, dass man einen Jahreswechsel braucht, um Dinge in seinem Leben zu ändern (oder dass ein Jahreswechsel einen in irgendeiner Form dabei unterstützt).

Dennoch denke auch ich, wenn so ein schönes, „blankes“ Jahr vor mir liegt wie ein unbeschriebenes Blatt Papier, dass man damit doch alles Mögliche machen könnte. Und schmiede Pläne. Leider überschätzt man sehr oft, was man innerhalb eines Jahres schaffen kann. Das kann man leicht erkennen, wenn man sich vergegenwärtigt, wie schnell das vergangene Jahr wieder mal vorbei war.

Und doch überkommt mich zu Jahresbeginn mein Enthusiasmus bezüglich all dessen, was ich gerne machen möchte. Und das ist viel. Mir persönlich mangelt es nämlich nie an Ideen. Mein viel größeres Problem ist, dass ich mir den Zettel so voll nehme, dass ich am Ende Überblick und Fokus verliere.

Da es mir mehr Spaß macht, Pläne am Ende auch umzusetzen und sie nicht in der Planungs- (oder Anfangs-)Phase zu belassen, habe ich mich näher mit dem Thema „Fokus behalten“ beschäftigt. Denn tatsächlich ist das einer meiner großen Schwachpunkte. Gerade, wenn ich Urlaub habe und scheinbar viel Zeit, entdecke ich überall neue Projekte, die ich gerne angehen möchte – und mit denen ich mich dann natürlich sofort beschäftige.

Warum es so wichtig ist, den Fokus zu behalten

Dabei sind die Projekte in der Vergangenheit, bei denen ich ganz klar den Fokus behalten habe, die erfolgreichsten gewesen. Das ist auch logisch. Je mehr Zeit ich in ein Projekt stecke, je weniger ich mich von anderen Dingen ablenken lasse, desto weiter bringe ich natürlich ein Projekt voran.

Fokus heißt, dass man nicht aus den Augen verliert, was einem wichtig ist. Und wenn man sein Ziel genau anschaut, während man darauf zuläuft, wird man es mit größerer Wahrscheinlichkeit auch erreichen. Schaut man sich dagegen nach allen Seiten um, verläuft oder verzettelt man sich leicht.

Also gilt: Fokus behalten! Wenn auch du wie ich vielseitig interessiert bist, fällt dir das vielleicht nicht immer ganz leicht. Aber mit meinen drei Tipps wird es hoffentlich etwas einfacher.

Meine 3 Tipps, wie du besser den Fokus behalten kannst

Tipp 1: Projekte priorisieren

Das Wichtigste zuerst

Dieser Tipp hört sich so banal an, dass man ihn leicht vergisst. Und er ist gleichzeitig so wichtig, dass er auf jeden Fall auf Platz 1 gehört. Denn es ist absolut menschlich nicht das Wichtigste, sondern das Dringendste, das Schönste, das Einfachste, das Angenehmste zuerst zu machen.

Oft ist einem das gar nicht bewusst, weil man sich gar nicht so richtig damit auseinandergesetzt hat, was nun eigentlich das Wichtigste ist. Daher muss man seine Projekte / Ideen in eine Reihenfolge bringen.

Wie priorisiere ich richtig?

Natürlich macht man nie nur eine Sache. Trotzdem ist es für eine sinnvolle Priorisierung genau richtig, so zu tun, als ob das so wäre. Das wichtigste Projekt findest du, indem du dir die Frage beantwortest: „Wenn ich nur ein einziges Projekt machen kann, welches wird es dann sein?“ Dieses Projekt gehört bei dir auf Nummer 1. Mit dieser Frage kannst du auch deine restlichen Projekte in eine Reihenfolge bringen.

Verwende aber nicht zu viel Zeit in die Priorisierung der Plätze 73 oder 102. Die ersten 5-6 Projekte sollten gut priorisiert sein. Wenn du wirklich den Fokus auf die ersten Prioritäten hältst, werden die nachfolgenden Plätze ohnehin weniger relevant.

Die beste Prio-Reihenfolge hilft dir natürlich nichts, wenn du deine Arbeit nicht daran orientierst. Dass ein Projekt die höchste Priorität hat, sollte dabei immer zwei Sachen für dich bedeuten. 1. Du arbeitest zuerst daran. 2. Du arbeitest die meiste Zeit daran. Konkret heißt das, dass du immer mit deiner Prio 1-Beschäftigung beginnst, wenn nicht ein Notfall in einem anderen Projekt ansteht.

Für die zeitliche Aufteilung eignet sich die 60%-Regel: 60% deiner Zeit solltest du für das Prio 1-Projekt einsetzen, 60% der übrigen Zeit für das Prio 2-Projekt und so weiter. So ist sicher gestellt, dass du mit deinem wichtigsten Projekt schneller voran kommst als mit allen anderen Projekten zusammen. Dies ist natürlich nur als Daumenregel zu betrachten und du musst für dich selbst die beste Aufteilung finden.

Tipp 2: Die harte Entscheidung treffen

Was mache ich nicht?

Ich bin extrem begeisterungsfähig, sehr vielseitig interessiert und möchte am liebsten alles mitnehmen, was das Leben mir zu bieten hat. Das führt in der Folge dazu, dass ich so viele Dinge wie möglich machen möchte. Einen Roman schreiben? Ein neues Blog-Projekt? Ein E-Book? Ein neues Studium? Eine weitere Sprache? Ja!! Das mache ich! Alles!

Ich habe mir mittlerweile viele Zeitmanagement-Tricks angeeignet. So bringe ich in einem Tag überdurchschnittlich vieles unter, was mir mein Umfeld auch immer wieder bestätigt. Und trotzdem hat auch mein Tag (und deiner!) nur 24 Stunden. Und irgendwann ist Schluss.

Es ist gut, wenn dich dieser Moment nicht unvorbereitet trifft, weil du dann vielleicht die ganz wichtigen Dinge nicht (mehr) schaffst. Und wenn du bereits einmal oder mehrfach die Erfahrung gemacht hast, dass du nicht alles schaffst, was du dir vorgenommen hast, musst du eine harte Entscheidung treffen, wenn du den Fokus behalten willst: Du musst festlegen, was du nicht machen möchtest.

Du kannst dir nicht alles vornehmen und gleichzeitig den Fokus behalten

Wenn du in so vielen Dingen unendliche Möglichkeiten siehst, wie ich es tue, wird dir dies schwer fallen. Aber es ist wichtig, weil das die einzige Möglichkeit ist, wie du selbst die Kontrolle darüber behältst, auf welche Projekte du dich konzentrieren möchtest. Wenn du dagegen nicht selbst entscheidest, was du lieber lassen möchtest, wirst du fremdbestimmt. Die Zeit, die dir am Abend noch bleibt (oder eben nicht mehr), gibt dir vor, welche deiner Projekte du abschließt.

Ich selbst habe diese Entscheidung früher öfter unbewusst getroffen, weil ich ab einem bestimmten Zeitpunkt einfach nicht mehr dazu gekommen bin, einzelne Themen voranzutreiben. Und dann sind sie untergegangen. Bei manchen Projekten war das genau richtig, bei anderen finde ich es im Nachhinein sehr schade.

Um das Letztere zu vermeiden, stelle ich mir nun schon früher die Frage, auf welche Dinge ich in der Zukunft vielleicht notfalls verzichten kann. Eine Methode dabei ist, sich mental in die Zukunft zu versetzen und sich zu vorzustellen, wie man sich fühlt, wenn man all die Projekte geschafft hat, die man sich jetzt vornimmt, und wie man sich fühlt, wenn man die gesetzten Ziele nicht erreicht hat.

Mit dieser Methode identifizierst du die Dinge, die dir dann noch nicht so sehr am Herzen liegen und die vielleicht nur ein vorübergehender Anflug von Begeisterung sind. Und in diese solltest du gar keine Zeit stecken. Wenn du später feststellst, dass du sie trotzdem machen möchtest, kannst du das natürlich. Nimm dir aber besser vor, dir die Frage frühestens in einem Jahr noch einmal zu stellen. Denn wenn du alle zwei Wochen neu hinterfragst, ob du die richtigen Projekte auf Eis gelegt hast, kannst du definitiv nicht den Fokus behalten.

Tipp 3: Lernen, nein zu sagen

Warum wir nicht nein sagen können

Eigentlich wollen wir ja alle nur, dass unsere Umwelt uns gerne mag. Wir erfüllen gerne Wünsche und freuen uns, wenn unsere Umwelt sich freut. Der einfachste Weg, jemandem einen Wunsch zu erfüllen, ist, eine Frage mit „Ja“ zu beantworten.

Meistens hängt an dieser Antwort aber noch sehr vieles dran, und wenn man zu oft etwas aus reiner Nettigkeit zusagt, wird es unmöglich, den Fokus zu behalten. Denn plötzlich arbeitet man an Projekten, die für einen selbst gar keine Prio haben. Ich sage nicht, dass du deinen Lieben nicht mehr helfen sollst, wenn sie es brauchen. Aber es ist wichtig, dass du dich nicht überrollen lässt aus Sorge, nein zu sagen.

Denn die gute Nachricht ist: Niemand mag dich weniger als vorher, wenn du ihm eine Bitte ausschlägst. Wenn du freundlich sagst, dass du etwas anderes geplant hat, nimmt dir das niemand übel, dem du wirklich wichtig bist.

„Ja, aber“ ist leichter als „nein“

Wenn es dir leichter fällt, musst du nicht mal das Wort „nein“ aussprechen. Ein Beispiel: Dein Kollege fragt dich, ob du die Spätschicht für ihn übernehmen kannst. Für diesen Tag hast du dir aber für den Tag vorgenommen, abends an deinem Roman zu schreiben. Daher hast du Sorge, dass du aus dem Rhythmus kommst, wenn du immer wieder deine Schreib-Zeiten verschiebst. Du könntest deinem Kollegen also sagen, dass du für diesen Monat die Abende sehr genau verplant hast, aber gerne ein anderes Mal einspringst. So hast du nicht das Gefühl, deinen Kollegen völlig zu enttäuschen, und kannst trotzdem deinen eigenen Fokus behalten.

Haben dir die Tipps geholfen? Dann lass mich auch an deinen Erfahrungen teilhaben!

Was tust du, um den Fokus nicht zu verlieren?

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