Endlich ist es so weit: Dein Roman ist fertig, du hast ihn überarbeitet und lektoriert und alles vorbereitet, um ihn als E-Book zu veröffentlichen. Jetzt fehlt nur noch eins: Du musst einen Klappentext schreiben. Gesagt, getan. Doch so einfach, wie sich das zunächst anhört, ist es dann doch nicht. Denn dein Klappentext ist im Grunde eine Werbebotschaft, also etwas ganz anderes als der Roman, den du soeben beendet hast. Der Klappentext soll deine Leser über den Inhalt deines Romans informieren, dabei aber natürlich nicht zu viel verraten. Die richtigen Lesergruppen sollen sich angesprochen fühlen und sie sollen Lust darauf bekommen, das Buch wirklich zu lesen. Dies geschieht über eine Inhaltsangabe, Auszüge oder auch Pressestimmen zu deinem Text, wenn es diese schon gibt.

Darüber hinaus soll der Klappentext nicht nur über dein Buch informieren, sondern auch über dich als Autor. Eine kurze Biographie gehört also auch auf (oder in) den Buchumschlag. Das Ganze darf natürlich nicht länger als eine Seite sein, damit er auf der Rückseite des Buchs Platz findet. Das ist natürlich nicht der einzige Grund, aus dem weniger mehr ist. Bevor ein Interessent zum Leser wird, musst du ihn überzeugen, dass es sich für ihn lohnen wird, dein Buch zu lesen. Und je weniger Zeit du ihm dafür abverlangst, sich vorab mit deinem Buch auseinanderzusetzen, desto eher wird er gewillt sein, deinen Klappentext bis zum Ende zu lesen. Beschränke dich also in allem auf die relevanten Punkte und denke nicht aus der Sicht des Autors, sondern aus der Sicht eines Lesers, der sich zwischen Hunderten möglicher neuer Bücher entscheiden muss.

Die folgenden Punkte können dir helfen, deinen Klappentext gut zu strukturieren und so zu verfassen, dass er die richtigen Leser anspricht.

Den perfekten Klappentext schreiben: Was gehört dazu?

Inhaltsangabe

Egal, wie blumig, spannend, aufregend du in deinem Roman geschrieben hast: die Inhaltsangabe muss sachlich bleiben. Schreibe wie für eine Zeitung oder wie für dein Exposé. Nicht mehr als vier oder fünf Sätze sollte der Inhalt einnehmen. Und natürlich darfst du nicht zu viel verraten. Die Beschreibung des Inhalts umfasst eine kurze Nennung der Hauptfigur entweder mit Namen oder mit einer Beschreibung, das grundsätzliche Setting und eine Andeutung einer möglichen Entwicklung. Mehr braucht man nur, wenn der Inhalt sehr erklärungsbedürftig ist, beispielsweise wenn du eine Fantasy-Welt näher erklären willst. Dann kannst du ein paar einführende Sätze zum Setting in den Klappentext schreiben. Folgendes würde also schon reichen als Inhaltsangabe:

Martha, Mitte 20, sucht in den 1960er Jahren nach ihrem Vater, von dem sie bisher glaubte, dass er im Krieg gefallen ist. Die Familie schweigt, ein Brief ihrer toten Großmutter ist Marthas einziger Anhaltspunkt. Die Spur führt sie nach Polen und in die Vergangenheit ihrer Familie.

Wenn du mehr darüber wissen willst, wie du ein Exposé schreibst, ist dieser Artikel interessant für dich.

Werbebotschaft

Einen Klappentext schreiben heißt, Werbung für dein Buch zu machen. Diese kann sich direkt an den Inhalt anschließen. Auch hier solltest du es nicht übertreiben, sondern am besten sachlich bleiben. „Dieses Buch müssen Sie kaufen!“ führt wahrscheinlich genau zum Gegenteil.

Hilfreich ist, wenn du hier das Genre deines Romans nennst. Ein Fan des Genres kann so sofort erkennen, dass dein Buch etwas für ihn ist. Du könntest das Genre natürlich auch beschreiben, allerdings bist du dann nicht mehr sicher, dass der Leser es auch erkennt. Ggfs. kannst du auch einen Textauszug zur Verfügung stellen. Dieser sollte besonders prägnant sein und deinen Schreibstil zeigen.

Unser Klappentext könnte also folgendermaßen weitergehen:

Diese mitreißende Mischung aus Familien- und Kriminalroman spannt einen Bogen von den Anfängen des letzten Jahrhunderts bis in unsere heutige Zeit.

Pressestimmen

Wenn du dein erstes E-Book veröffentlichst, wird es sehr wahrscheinlich noch keine Pressestimmen geben. Für diese solltest du aktiv sorgen (das ist noch mal ein ganz anderes Thema, nämlich Marketing für dein Buch). Eine gute Möglichkeit, an Pressestimmen zu kommen, bieten Blogs, denen du ein Vorab-Exemplar deines Buchs auf Nachfrage zur Verfügung stellen kannst. Wenn sie darüber berichten, kannst du sie fragen, ob du ein Zitat aus ihrer Rezension für deinen Klappentext verwenden kannst.

Realistischerweise wird dieser Abschnitt bei deiner ersten Veröffentlichung allerdings leer bleiben. Das ist auch nicht weiter schlimm, jeder fängt mal klein an. Auf keinen Fall solltest du dich dazu hinreißen lassen, dich selbst über das Buch zu zitieren, das ist im besten Fall peinlich und hält deine Leser eher davon ab, dein Buch ernst zu nehmen.

Ein Beispiel für eine Pressestimme wäre:

„Einfühlsamer hat selten jemand über die fragilen Beziehungen in Familien geschrieben. Ein Genuss für jeden Fan von spannenden und gleichzeitig hoch-emotionalen Geschichten.“ (leselink.de)

Kurz-Biographie

Leser möchten gerne wissen, wer das Buch, das sie vielleicht kaufen werden, geschrieben hat. Die Kurz-Biographie ist dazu da, Vertrauen in dich als Autor zu schaffen, und dem Leser erste Anhaltspunkte darüber zu geben, wie du wohl schreibst. in die Kurz-Biographie gehört in erster Linie natürlich nur das, was zu deinen schriftstellerischen Tätigkeiten gehört. Wenn du einen weiteren Beruf hast, der deine Kompetenz für dein Genre oder dein schriftstellerisches Talent unter Beweis stellt, kannst du auch ihn ergänzen. Ansonsten reichen auch für die Kurz-Biographie wenige Sätze. In jedem Fall gehören Name, Geburtsjahrgang und Wohnort oder -land in die Kurz-Biographie. Auch weitere Veröffentlichungen (natürlich die bekanntesten) können hier erwähnt werden. Du kannst natürlich auch im Klappentext schreiben, wenn deine Bücher bereits übersetzt oder verfilmt wurden.

In unserem Beispiel-Klappentext könnte die Kurz-Biographie wie folgt aussehen:

Anne Müller wurde 1954 geboren. Die Schriftstellerin und Ahnenforscherin lebt und schreibt in der Nähe von Hamburg. „Der verlorene Vater“ ist ihr dritter Roman. Von ihr sind außerdem erschienen der Entwicklungsroman „Alles ist möglich“ (1997) und der Agenten-Thriller „Kein Ziel“ (2001). Ihre Werke wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt.

Auszeichnungen

Falls du oder dein Roman einen Preis gewonnen habt, gehört das natürlich auch in den Klappentext. Wenn es das Buch selbst betrifft, passt es zur Werbebotschaft, ansonsten kannst du es in die Kurz-Biographie einfügen.

Unser Klappentext könnte also folgendermaßen enden:

Die Autorin wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem Literatur-Stipendium der Stadt Hagen und dem Nachwuchs-Förderpreis des Landes Schleswig-Holstein.

Hat dir dieser Artikel geholfen, deinen Klappentext zu schreiben? Hast du selbst noch Tipps zu diesem Thema?

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