Ein Thema, dem sich jeder ambitionierte Blogger und jede erwartungsfrohe Bloggerin eher früher als später gegenüber sieht, ist die Frage aller Fragen: Wie schaffe ich es, dass endlich jemand meine mühsam recherchierten, liebevoll gestalteten und fantastisch geschriebenen Artikel auch liest?

Natürlich möchte man nicht im luftleeren Raum vor sich hin bloggen, sondern möglichst viele Leser erreichen. Mehr Traffic zu erlangen, ist dabei gar nicht so einfach.

Die Tatsache, dass es so wahnsinnig einfach ist, einen Blog ins Leben zu rufen, sorgt jedoch leider dafür, dass es umso schwieriger wird, ein Publikum für sich zu gewinnen.

Um die 200.000 Blogs dürfte es in Deutschland geben (Quelle: https://buggisch.wordpress.com/2016/02/23/wie-viele-blogs-gibt-es-in-deutschland/), und auf den einen mehr hat – so traurig das ist – wirklich niemand gewartet.

Du darfst dir also getrost abschminken, dass der Berg zum Propheten kommt, und dich schon mal auf den für dich besten Weg machen, mehr Traffic für deinen Blog zu generieren.

Wie du es schaffst, mehr Traffic für deinen Blog zu gewinnen

MyNextSelf ist bereits mein dritter Blog, und die beiden anderen bewegen sich thematisch in ganz anderen Feldern. Ich habe in den vergangenen Jahren festgestellt, dass unterschiedliche Methoden, mehr Traffic zu generieren, für verschiedene Blog-Themen besser oder schlechter funktionieren. Insofern musst du auf jeden Fall ausprobieren, was zu dir und deinem Blog passt.

Wenn du dich fragst, welche der neun Methoden für mehr Traffic, die ich hier vorstelle, sich am besten für deine Zwecke eignet, stell dir zunächst die Frage, für wen dein konkreter Post und natürlich dein gesamter Blog interessant sein könnte. Für wen schreibst du? Was hat er davon,  deine Artikel zu lesen? Und in welcher Situation weist du ihn am besten darauf hin, dass du alle Infos hast, die er benötigt?

Wenn du einen Reise-Blog betreibst, in dem du unter anderem die sehr konkrete Frage beantwortest, wie man als Vegetarier kulinarisch gut durch Neuseeland kommt, ist es sinnvoll, wenn du in den Suchergebnissen von Google gefunden wirst. SEO (Search Engine Optimization) ist das Zauberwort – und ich hätte mich über diesen Artikel während meiner Neuseeland-Reise wirklich gefreut.

Wenn du dagegen die 200. Rezension zu Harry Potter schreibst, kannst du SEO sehr wahrscheinlich vergessen, weil du nie auf einem der ersten Plätze in den Google-Rankings landen wirst. (Versuchen kannst du es natürlich trotzdem, und da SEO-Optimierung kaum Aufwand ist, schadet es auf keinen Fall.)

Für alle Tipps gilt: ausprobieren, messen, ändern, neu ausprobieren. Gerade das Messen des Erfolgs ist sehr wichtig. Hierfür solltest du in jedem Fall Google Analytics nutzen, um festzustellen, welche deiner vielen Maßnahmen und Tests erfolgreich sind. Dann kannst du Funktionierendes ausbauen und alles andere ändern. Tipps zu Google Analytics findest du hier.

Neun Tipps für mehr Traffic

Aber nun lang genug auf die Folter gespannt, hier sind sie nun, meine Top 9 Tipps für mehr Traffic auf eurem Blog:

1. Content

Egal, worüber du schreibst, egal, wie viele Leute sich dafür interessieren, egal, über welche Kanäle du auf deinen Blog aufmerksam machen willst – das absolut wichtigste ist, dass der Inhalt stimmt. Stop! Jetzt nicht einfach weiter scrollen, während du dir denkst: „Klar, mach ich doch“. So bekommst du niemals mehr Traffic!

Guten Content zu bieten, heißt nicht, zu schreiben, dass du Batman vs. Superman richtig cool fandest oder dass ein Flug nach Australien echt anstrengend ist. Deine besten Freunde hören sich das sehr wahrscheinlich gespannt an, aber jemanden, der dich nicht kennt, interessiert das im Zweifel überhaupt nicht. Sorry. Wirklich guten Content zu schreiben, heißt:

  1. Inhaltlichen Mehrwert zu bieten:
    Nur du hast z.B. eine Infografik, in der du Batman und Superman mal ganz ehrlich miteinander vergleichst oder nur bei dir gibt es die 50 besten Tipps, den Flug nach Australien so entspannt zu überstehen, dass man in Melbourne direkt ins Party-Leben eintauchen kann.
  2. Gut lesbar zu schreiben:
    Wenn die Ideen mit mir durchgehen, werden meine Sätze länger und für den Leser definitiv anstrengender. Daher lasse ich jeden Post ein paar Tage lang liegen, bevor ich ihn noch mal lektoriere und dann live stelle. Ein gutes Layout dient ebenfalls der Lesbarkeit. Halte deine Absätze kurz und verwende Zwischen-Überschriften.
  3. Fehlerfrei zu schreiben:
    Langweilig, aber wahr. Rechtschreib- und Grammatik-Fehler schaden deinem Blog, weil du damit unprofessionell wirkst. Auch deswegen lese ich meine Blog-Posts immer noch mal gegen, bevor ich sie veröffentliche. Wenn du selbst sie nicht findest, hol dir zur Not einen Lektor. Wahrscheinlich gibt es bei dir im Bekanntenkreis jemanden, der nur darauf wartet, dass ihn endlich jemand bittet, bei ihm Fehler anzustreichen.

2. SEO (Search Engine Optimization)

Wer etwas im Internet sucht, sucht bei Google. Insofern kann es nie schaden, dort auf den oberen Plätzen zu ranken. Auch, wenn es teilweise relativ schwierig ist, ganz nach vorne zu gelangen – vor allem, wenn die Konkurrenz groß ist -, solltest du auf jeden Fall beim Schreiben von Posts ein paar SEO-Regeln beachten, um dann vielleicht doch leichter gefunden zu werden.

Schon ein paar wenige „Treffer“ können dabei helfen, deinen Blog zur Marke für bestimmte Themen auszubauen und so auch wiederkehrende Leser an dich zu binden. Für alle SEO-Einsteiger habe ich einen kleinen Guide mit SEO-Tipps im Mitglieder-Bereich zusammengestellt.  Du erhältst (selbstverständlich kostenlosen) Zugriff auf den Bereich, wenn du dich zu meinem Newsletter anmeldest.

3. E-Mail-Marketing

Wenn du es schon geschafft hast, jemanden auf deine Seite zu bringen und ihn durch deinen Content überzeugt hast, tu alles dafür, dass er bleibt und wiederkehrt. E-Mail-Marketing ist ein wirklich sinnvolles Tool dafür,.

Wer sich für deinen Newsletter anmeldet, hat schon grundsätzliches Interesse an den Themen, über die du schreibst. Wenn du ihn durch deine E-Mails gut ansprichst, wird derjenige wieder und wieder auf deine Seite kommen. Wenn du über deinen Blog irgendwann Geld verdienen möchtest, musst du nämlich nicht nur mehr Traffic, sondern vor allem mehr relevanten Traffic gewinnen.

Zum Thema E-Mail-Marketing gibt es eine ganze Reihe hier im Blog. Meine Erfahrungen und besten Tipps ergänze ich dort nach und nach.

4. StumbleUpon

StumbleUpon war für meinen Blog leselink.de der absolute Glücksgriff. Wo Facebook und Twitter vor sich hin dümpelten, hat StumbleUpon wahre Leserscharen auf leselink.de aufmerksam gemacht. Das hat viel Geduld, ein bisschen Glück und ein bisschen Ausprobieren gebraucht, aber nach wie vor ist dies der Social Media-Kanal, dem ich am meisten zutraue.

Meine Erfahrungen mit StumbleUpon habe ich in einem eigenen Post zusammengefasst, du kannst hier mehr dazu lesen.

5. Facebook

Facebook hat den Charme, das man den Blog sehr persönlich vorstellen und Bindungen zu Lesern aufbauen kann. Und wer eine persönliche Bindung hat, kommt häufiger wieder. Wie bei StumbleUpon auch gibt es außerdem die Möglichkeit, Anzeigen anzustellen, um noch gezielter um eine bestimmte Leserschaft zu werben.

Wird ein Post von den richtigen Lesern geteilt, können die Leserzahlen in die Höhe schnellen. Daher musst du darauf achten, ein ansprechendes Bild zu verwenden und den Text zu deinem Post so zu gestalten, dass er neugierig auf deinen Post macht. Mehr Facebook-Tipps für mehr Traffic findest du hier.

6. Pinterest

Der Bilder-Social Media-Dienst ist für dich vor allem dann interessant, wenn dein Blog viele ansprechende Bilder enthält, die Lust machen, deine Artikel zu lesen. Daran kann man aber ja auch etwas machen, und viele Themen lassen sich auch im Bild darstellen. Melyssa Griffin von melyssagriffin.com bietet Pinfinite Growth an, in dem sie zeigt, wie man mit Pinterest mehr Traffic generiert.

Ich habe selbst viel in diesem Kurs gelernt und kann ihn zu 100% empfehlen, auch wenn er relativ teuer ist. Wenn du mit Pinterest wachsen willst, ist der Kurs sicher eine gute Investition.

7. Zusammenarbeit mit anderen Bloggern

Zusammen geht natürlich vieles einfacher, und meine Erfahrung ist, dass Blogger sehr nette und hilfsbereite Menschen sind. Die meisten freuen sich, wenn du sie anschreibst und vielleicht den Austausch von Gastartikeln anbietest. So habe ich mit meinem Entspannungs-Blog entspanntes.de bereits Kontakte geknüpft, bevor ich viele Leser hatte.

Neben der in jedem Fall hilfreichen Vernetzung mit Gleichgesinnten schaffst du es so auch, ein größeres Publikum zu erreichen, das dich vorher noch gar nicht kannte. Von guten Gastartikeln profitieren daher immer beide Blogs, die mehr Traffic erhalten, und ihre Leser, die neuen Input bekommen.

8. Twitter

Ich will ehrlich sein: Twitter hat schon mal besser funktioniert. Ich habe mehr als 5.000 Follower und die Links in meinen Tweets werden im Schnitt 1-2 Mal geklickt. Der Aufbau der Follower war sehr viel Arbeit, die ich im Nachhinein betrachtet sicher besser in Content investiert hätte. Mehr Traffic erreicht man durch Twitter nicht so einfach.

Dennoch empfehle ich dir, einen Twitter-Account anzulegen und ein bisschen damit zu „üben“. Man kommt auch hier sehr schnell in Kontakt mit Gleichgesinnten, und das „Marketing“ läuft hier eher indirekt, d.h., indem du Menschen kennenlernst, mit denen du vielleicht etwas gemeinsam machen kannst (siehe 7.).

9. Bezahltes Marketing

Wenn man ganz am Anfang ist und sehr schnelle Resultate in puncto mehr Traffic sehen möchte, kann man das tun, was Unternehmen auch tun: Für Werbung bezahlen. Das geht bei den meisten Social Media-Diensten und natürlich auch bei Google.

AdWords (so heißen das Google-Anzeigen-Programm) versendet regelmäßig an Nutzer von Analytics-Konten (und das bist du ja sicher) Gutscheine in Höhe von 75 Euro, die man um 25 Euro aufstocken muss, wenn man sie nutzen will. Damit kann man experimentieren.

Wir haben das bei leselink.de mit mäßigem Erfolg gemacht. Wir haben dadurch punktuell mehr Traffic erzielt, der aber schnell wieder spurlos verebbt ist. Allerdings hatten wir auch kein Konzept, wie wir die Leser anschließend binden können. Dies ist zwingend erforderlich, wenn man nicht nur für neugierige Einmal-Leser bezahlen möchte.

Ich hoffe, meine Tipps konnten dir ein wenig helfen. Wie versuchst du, mehr Traffic für deinen Blog zu gewinnen?

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