Von etwas leben zu wollen, was im Allgemeinen als Kunst gilt, stößt bestenfalls auf ein müdes Kopfschütteln, schlimmstenfalls auf ziemliches Unverständnis. Mit dem Schreiben Geld verdienen zu wollen, scheint so absurd zu sein, wie sich dafür bezahlen zu lassen, dass man Zeitung liest, fernsieht oder mit dem Hund spazieren geht. Wer schreiben will, kann das ja als Hobby tun. Und nebenher mit einem „richtigen“ Job seinen Lebensunterhalt verdienen.

Dabei kann man gerade heute gut mit dem Schreiben Geld verdienen. Die Möglichkeiten, von Zuhause aus zu ungewöhnlichen Zeiten Texte zu erstellen, machen es besonders einfach, „nebenher“ damit zu beginnen, sich eine Existenz als Texter aufzubauen. Die Schnelllebigkeit des Internets (und die Abhängigkeit von Google und damit von immer aktuellen Texten) eröffnen ganz neue Berufsfelder. Fachwissen lässt sich zumindest bis zu einem gewissen Grad sehr gut recherchieren, so dass man auch thematisch immer weniger eingeschränkt ist.

Da ich selbst weiß, wie schwer es einem fallen kann, den ersten Schritt in Richtung einer beruflichen Neu-Orientierung zu tun, habe ich dir vier Tipps zusammengestellt, wie du mit dem Schreiben Geld verdienen kannst, ohne dass du gleich dein gesamtes Leben auf den Kopf stellen musst.

Mit dem Schreiben Geld verdienen: Meine Top 4 Tipps

Tipp 1: Schreibe Content für Unternehmen

Content Marketing ist der Trend unter den E-Commerce-Unternehmen. Die wichtigste Möglichkeit für alle Online-Unternehmen, Nutzer auf sich aufmerksam zu machen, ist Google. Grob gesagt hat man als Webseiten-Betreiber zwei Möglichkeiten, in den Google-Ergebnissen zu erscheinen: Man bezahlt dafür (das nennt man dann Search Engine Advertising = SEA) oder man optimiert seine Texte so, dass Google sie besser findet (Search Engine Optimization = SEO).

Google ändert ständig seine Algorithmen, und guter Inhalt wird dabei immer wichtiger. Content Marketing beschränkt sich also nicht darauf, die Schlagworte, nach denen gesucht wird, möglichst häufig zu verwenden, sondern wirklich gute Texte zu bestimmten Themen bereit zu stellen. Gute und viele Texte. Dies ist eine große Chance für alle, die gut schreiben können, denn gerade Online-Unternehmen suchen permanent talentierte Texter.

Wie findest du Auftraggeber?

Das hört sich super an, aber natürlich musst du auch entsprechende Auftraggeber finden. Grob gesagt gibt es da drei Möglichkeiten: Du arbeitest freiberuflich direkt für einen Auftraggeber, du suchst dir eine Festanstellung als Texterin oder Texter bei einem E-Commerce-Unternehmen oder du arbeitest für eine Text-Agentur wie Textbroker oder content.de. Auftraggeber findest du am besten über die üblichen Stellenanzeigen-Portale oder zum Beispiel bei texterjobboerse.de. Dort suchst du am besten nach „Texter“. Wenn du ein interessantes Angebot außerhalb deiner Stadt findest, kannst du dort auch anrufen und fragen, ob du vielleicht von zu Hause arbeiten kannst.

Ob du lieber freiberuflich arbeitest, dich um Sozialversicherung, Steuern und Urlaub selbst kümmern möchtest, oder doch eine Festanstellung bevorzugst, ist definitiv Geschmacksache. Die Text-Agenturen empfehle ich dir jedoch nicht, auch wenn sie wahrscheinlich das erste sind, was du findest, wenn du recherchierst, wo du im Content Marketing Geld verdienen kannst. Für einen Text von 1.000 Worten in sehr guter Qualität erhältst du zwischen 20 und 30 Euro. Damit sich das rechnet, musst du wirklich sehr, sehr schnell sein. Ich brauche zum Beispiel für 1.000 Worte ein bis zwei Stunden ohne Recherchen und ohne anschließendes Lektorieren. Das noch mit eingerechnet, kommt man auf einen Stundensatz unter dem Mindestlohn.

Eine gute Zusammenfassung zu Content-Agenturen findest du hier.

Tipp 2: Schreibe für jemand anderen

Es gibt viele Menschen, die über Ideen und Fachwissen sprühen, beides aber nicht gut vermitteln können. Genau solche Menschen haben auf dich gewartet, wenn du mit dem Schreiben Geld verdienen willst und kein Problem damit hast, über Themen zu schreiben, die vielleicht jemand anderes für dich aussucht. Dein Auftraggeber wird dir dankbar sein, wenn du seine Ideen richtig verpackst. Und zusammen könntet ihr ein Dream Team werden. Ich spreche hier definitiv nicht davon, dass du für jemand anderen Texte schreibst, die dieser eigentlich selbst schreiben muss (z.B. Abschlussarbeiten), sondern davon, dass du jemandem hilfst, ein Sachbuch, eine Biografie oder auch eine Rede zu verfassen, die dieser nicht selbst schreiben kann, aber auch nicht muss.

Hier jemanden zu finden, der mit dir zusammenarbeiten möchte, wird natürlich schwieriger. Hin und wieder findet man entsprechende Angebote auch bei den Stellenportalen. Am sinnvollsten ist es aber, wenn du den Kontakt direkt über den (Sachbuch-)Verlag zustande kommen lässt. Hierzu solltest du Schreibproben zu verschiedenen Themen und auch in irgendeiner Form bereits Veröffentlichungen haben (zum Beispiel auch eine wissenschaftliche Abschlussarbeit).

Die Hürden sind hier definitiv höher, aber wenn du einen Verlag gefunden hast, mit dem du gut zusammen arbeitest, sind auch die Chancen entsprechend größer.

Tipp 3: Erstelle einen Blog

Wenn du mit dem Schreiben Geld verdienen willst, ist ein Blog sicher eine eher langsame Methode. Wenn du aber mit realistischen Erwartungen startest, kann dir ein Blog sehr schnell zumindest kleine Beträge einbringen – oder etwas Ähnliches.

Es ist wahnsinnig einfach, einen Blog zu starten. Man sucht sich einen Anbieter, meldet sich an und fertig. Deswegen gibt es auch so viele Blogs. Und deswegen ist es schwierig, damit Geld zu verdienen. Schwierig, aber nicht unmöglich. Wichtig ist, dass du dir eine Nische suchst, zu der du – regelmäßig und auf Dauer – schreiben kannst. Und das dann auch tust. Wenn du die ersten Inhalte hast und die ersten Besucher kommen, kannst du dir überlegen, wie du den Blog monetarisierst. Möglichkeiten sind:

  • Anzeigen (Adsense o.ä.) – du erhältst Geld für jeden Klick
  • Affiliates (Amazon, zanox, Affilinet) – du erhältst eine Provision für jeden Kauf
  • Sach“vergütung“ wie Rezensionsexemplare, Vergünstigungen bei Blog-Partnern
  • Vergütung für Beratungsleistungen, die du anbietest
  • Promotion deines eigenen Freelancer-Business
  • Verkauf eigener Produkte wie E-Books, Ratgeber, Online-Kurse etc.

Der Aufwand, einen Blog aufzubauen, ihn zu vermarkten und das richtige Produkt für ihn zu finden, ist enorm. Dafür bietet dir diese Variante aber die größten Freiheiten und die vielfältigsten Möglichkeiten, dich schreibend auszutoben.

Tipp 4: Veröffentliche dein eigenes Buch

Ich weiß, das hört sich überhaupt nicht nach einem „einfachen“ Tipp an. Aber wahrscheinlich ist genau das dein Ziel, wenn du dich mit dem Schreiben beschäftigst. Ein Buch zu veröffentlichen, ist heute einfacher denn je. (Hier gilt das gleiche wie für Blogs: Deswegen gibt’s so viele.) Du kannst ein E-Book über Amazon Kindle Publishing oder andere Plattformen veröffentlichen, du kannst dein Buch über Publishing on Demand drucken lassen oder du kannst sogar einen eigenen Verlag gründen und so mit dem Schreiben Geld verdienen.

Dazu musst du natürlich erst mal einen Roman oder ein Sachbuch schreiben. Ich empfehle, etwas zu schreiben, was du selbst gerne kaufen würdest. Denn – das ist eine Wahrheit, die du dir eingestehen musst – wenn du mit dem Schreiben Geld verdienen willst, musst du irgendwann damit anfangen, dein Geschriebenes zu verkaufen. Und dafür hilft es sehr, wenn du selbst weiß, warum jemand Geld dafür ausgeben sollte.

Das Thema „Marketing für Autoren“ ist zu umfassend für diesen Post, aber ich werde in den kommenden Monaten einige Posts zu diesem Thema veröffentlichen. Wenn du Fragen (oder Tipps) hast, schreib sie mir gerne als Kommentar oder E-Mail!

Willst du auch mit dem Schreiben Geld verdienen? Welche Tipps hast du dazu?

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