Dein Roman ist fertig, du hast ihn mehrfach überarbeitet und lektoriert. Was fehlt, ist ein Verlag. Trotz intensiver Recherche und gut vorbereiteter Verlagsansprache hast du bisher nur Absagen bekommen. Das ist frustrierend, aber nicht wirklich ungewöhnlich. Jedes Jahr werden rund 50.000 neue Bücher veröffentlicht. Die Manuskripte, die an die Verlage gesendet werden, übersteigen diese Summe um ein Vielfaches. Es werden mehr Bücher abgelehnt als gedruckt. Und viele heute sehr bekannte Schriftsteller konnten anfangs keinen Verlag finden. Insofern bist du in guter Gesellschaft. Und es ist auch gar nicht schlimm. Denn du kannst heute so einfach wie nie zuvor deinen Roman selbst veröffentlichen.

Dies muss auch gar nicht aus der Not heraus geboren sein. Es gibt auch andere Gründe, die dafür sprechen können, dass du deinen Roman selbst veröffentlichen willst. Vielleicht möchtest du gerne die vollständige Kontrolle über deinen Roman und seine Veröffentlichung behalten. Oder du möchtest finanziell einen größeren Anteil am Verkaufspreis für dich selbst beanspruchen. Vielleicht hast du auch einfach Lust auf diese Art von Projekt. Egal, warum du deinen Roman selbst veröffentlichen möchtest, im Grunde gibt es drei Möglichkeiten, wie du dabei vorgehen kannst. Du hast die Wahl zwischen einfach, schnell und schlicht bis hin zu hochprofessionell und extrem aufwendig. Je nachdem, wie erfahren du bist und wie viel Zeit und Aufwand du in das Projekt „Roman selbst veröffentlichen“ stecken willst, passt die eine oder andere Methode besser zu dir.

Deinen Roman selbst veröffentlichen: Diese Möglichkeiten hast du

Ganz einfach: Ein E-Book

Das E-Book ist mittlerweile so verbreitet, dass etliche Gründe dafür sprechen, deinen Roman in dieser Form zu veröffentlichen – vielleicht auch nur in einem ersten Schritt. Der wichtigste Grund, der dafür spricht, ist, dass es wahnsinnig einfach ist. Alles, was du benötigst, um ein E-Book zu erstellen, hast du wahrscheinlich ohnehin im Einsatz: einen Texteditor und einen Internetanschluss. Es gibt etliche Anbieter, die dir dabei helfen, aus einer Word-Datei eine mit dem E-Book-Reader lesbare Datei zu erstellen. Viele der Anbieter übernehmen den Verkauf gleich mit. Der bekannteste ist wohl Amazon. Mit dem Kindle Desktop Publishing-Programm kannst du sehr einfach E-Books über Amazon erstellen und verkaufen. Allerdings sind diese dann auch nur für Amazon-Kunden lesbar.

Wenn du dich für Self-Publishing interessierst, ist der Self-Publishing Day 2018 vielleicht genau das Richtige für dich. Hier kannst du dich informieren oder gleich anmelden.

Um ein E-Book zu veröffentlichen benötigst du aber nicht mal Unterstützung durch einen Anbieter. Du kannst einfach eine PDF-Datei erstellen und sie auf deiner eigenen Webseite verkaufen. Wenn du WordPress nutzt, gibt es Plug-ins, die dir den Vertrieb solcher Produkte ganz leicht ermöglichen. Die PDF-Datei ist dann an nahezu jedem Rechner und auch auf einigen E-Book-Readern lesbar.

So einfach die Erstellung eines E-Books ist, so wenig wertig wirkt sie auch. Da jeder ein E-Book veröffentlichen kann, gibt es mehr und mehr Autoren, die vor allem Amazon mit ihren E-Books fluten. Das hat zur Folge, dass dein Buch zwischen den vielen anderen untergehen kann. Und du hast so natürlich kein schönes ausgedrucktes Exemplar deines Romans, das du verschenken oder auch nur in dein eigenes Bücherregal stellen kannst.

Wenn du wissen möchtest, wie du ein E-Book über Amazon veröffentlichen kannst, findest du ausführliche Infos in diesem Artikel.

Gedruckt: Print-on-demand-Dienst

Wenn du unbedingt ein gedrucktes Exemplar deines Buchs haben möchtest, den Aufwand und die Kosten aber überschaubar halten möchtest, ist ein Print-on-demand-Dienst vielleicht das Richtige für dich. Diese Dienste (der bekannteste ist BoD) übernehmen für dich den Druck, aber auch die Bestellung einer ISBN, die Anmeldung im VLB, dem Verzeichnis lieferbarer Bücher, sowie in diversen Barsortimenten. Das bedeutet, dein Buch ist damit schon einen Schritt weiter auf dem Weg in den Buchhandel. Die Erstellung eines E-Books kannst du normalerweise kostenlos dazu buchen.

„Kostenlos dazu buchen“ bedeutet natürlich, dass dieser Service grundsätzlich Geld kostet. Aber keine Sorge, die Kosten sind überschaubar. Bei BoD kannst du aktuell ab 19 Euro dein Buch drucken lassen. Damit hast du allerdings nur die Dienstleistung gekauft, alles so einzurichten, dass dein Buch gedruckt werden kann. Ein Buch selbst hast du noch nicht. Denn das ist der Grund, warum die Kosten bei Print-on-demand-Diensten so niedrig sind: Gedruckt wird nur, wenn ein Buch bestellt wird. Das ist dann vor allem für die Online-Vermarktung interessant. Wenn du dein Buch physisch in den Buchhandlungen sehen möchtest, muss es entweder sehr beliebt sein oder du musst aktiv darauf hinarbeiten.

Die Print-on-Demand-Dienste bieten mittlerweile auch viele (kostenpflichtige) Dienstleistungen rund um dein Buch an, vor allem, was Lektorat und Vermarktung betrifft. Wenn du ein professionell anmutendes Buch zu einem geringen Preis mit der Möglichkeit einer weitergehenden Beratung suchst, findest du sie hier sicher am ehesten.

Ganz professionell: Der Selbstverlag

Wenn du unbedingt bei einem Verlag erscheinen möchtest, kannst du auch selbst einen Verlag gründen und dort deinen Roman selbst veröffentlichen. Dies ist ein ziemlich großer Schritt, wenn du nur ein Buch veröffentlichen möchtest, und du solltest ihn dir gut überlegen. Wenn du bisher nie unternehmerisch tätig warst, könnte es schwer für dich werden. Denn du wirst ein Gewerbe, einen Business Plan und ein Mahnwesen benötigen und natürlich noch vieles andere mehr. Du musst den gesamten Vertrieb organisieren und dich mit Verlagsrecht auseinandersetzen. Wenn du darauf keine Lust hast, solltest du es am besten sofort sein lassen.

Der Vorteil eines eigenen Verlags ist, dass du wirklich die vollständige Kontrolle behältst. Du kannst direkt mit den Buchhandlungen verhandeln (du musst es aber auch) und vielleicht sogar mit dem Verlag ein zweites Standbein aufbauen, während du noch weitere Autoren verlegst. Das Ganze ist aber eine Investition und entsprechend mit einem finanziellen Risiko verbunden. Um das Risiko zu mindern, ist auch eine Kombination mit der zweiten Option möglich. Auch Verlage können bei Print-on-Demand-Diensten drucken lassen. Damit werden die Kosten pro Exemplar höher, aber du musst keine hohen Auflagen drucken, die später vielleicht niemand haben möchte.

Dieser Artikel ist Teil meiner Reihe Autor werden. Zu dieser Reihe zählen die folgenden Artikel:

Ich hoffe, meine Tipps haben dir geholfen!

Hast du schon einmal einen Roman oder ein Sachbuch selbst veröffentlicht? Ich freue mich auf deine Tipps!

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