3 typische Fehler bei der Recherche für dein Buch

»Erst mal muss ich recherchieren!«

Diesen Satz höre ich von vielen angehenden Autor*innen. Die Recherche muss erst mal fertig sein – dann kann der nächste Schritt kommen.

Das Bild von der Folianten wälzenden Schriftstellerin hat sich ähnlich in unsere kollektive Vorstellung gebrannt wie das des Genies, das die Nacht durchschreibt und bei Sonnenaufgang stolz sein perfektes Werk küsst.

Beide Bilder haben ihre Berechtigung – Recherchen sind wichtig und Schreiben beschert uns im besten Fall so viel Freude, dass wir am liebsten die ganze Nacht aufbleiben wollen. Gleichzeitig sorgen sie dafür, dass wir uns ausbremsen. Dass wir unser Buch-Projekt vielleicht nicht ganz so effizient angehen, wie wir das könnten.

Gerade die Recherche birgt ganz viel Potenzial, uns vom Schreiben abzuhalten. Hier habe ich 3 typische Fehler zusammengefasst, die ich in diesem Zusammenhang immer wieder sehe.

Die 3 häufigsten Fehler bei der Recherche fürs Buch

Fehler 1: Schreibst du schon oder recherchierst du noch?

Das Buch erst anzufangen, wenn du »fertig recherchiert« hast, bringt dich ganz sicher dazu, es noch jahrelang aufzuschieben. Denn es gibt so viele Informationen, so viel Wissen auf der Welt, dass du eigentlich nie wirklich fertig recherchieren kannst.

Natürlich gibt es Dinge, die du besser vorher recherchierst. Ob die Idee funktionieren kann, ob grundsätzlich etwas gegen das Buch spricht, ob es besonders sinnvolle Wege gibt, dein Buch zu planen oder ihm einen besonderen Dreh zu verleihen.

Die endlose Recherche vorm eigentlichen Anfang bringt dich aber irgendwann nicht weiter. Sie verschafft dir nicht mehr Sicherheit in deinem Thema, bringt keine neuen Informationen zu Tage und gibt dir auch nie das Gefühl, fertig zu sein. Im Gegenteil: Ich habe schon oft Autor*innen erlebt, die durch mehr Recherche immer weiter verunsichert wurden.

Ein weiterer nicht so toller Nebeneffekt einer endlosen Vor-Recherche: Dein Kopf ist voll mit fremden Ideen und für deine eigenen ist kaum noch Platz. Oder du erkennst sie nicht. Oder findest sie im Vergleich nicht so toll. (Das geht uns mit den eigenen Ideen ja oft so.)

Daher: Verschaffe dir im Vorfeld einen Überblick über dein Thema, über andere Bücher und über die Machbarkeit deines Buchs. Und dann leg am besten gleich los.

Fehler 2: Moooment!

Vielleicht kennst du das ja.

Du schreibst gerade eine Szene, die im Jahr 1897 spielt, und deine Protagonistin möchte ein Brot kaufen. Moooment! Wie war das damals mit dem Brot? Wie weit hätte sie laufen müssen? Wie viel Brot hat man im Schnitt gekauft? War das Brot mit unserem vergleichbar?

Zack – Google auf, Word-Datei zu und den Rest des Tages mit Recherche verbracht.

Natürlich geht das Ganze auch für Sachbücher. Nimm an (wahres Beispiel), du schreibst ein Buch übers Bloggen. Und möchtest in einem Nebensatz erwähnen, dass es ziemlich viele Blogs gibt. Da wäre doch eine genaue Zahl schön, oder? Aber die musst du erst mal recherchie…

Nein, musst du nicht.

Es gibt Dinge, die musst du sofort recherchieren. Fragestellungen, die deine Handlung oder dein ganzes Kapitel beeinflussen. Die dafür sorgen könnten, dass du jede Menge umwerfen musst. Das sind Störungen, und Störungen solltest du sofort beseitigen.

Alles andere aber sind nur Ablenkungen. Egal, wie hoch die Anzahl der Blogs ist, die es schon gibt (dazu gibt’s übrigens kaum vernünftige Zahlen), das wird die Aussage deines Buchs nicht verändern. Wenn du jetzt direkt mit der Recherche für dein Buch loslegst, unterbrichst du deinen Schreibfluss, verlierst den aktuellen Gedanken und verschwendest im Zweifel viel Zeit im Internet.

Hier kannst du dir besser einen Merker hinsetzen und später recherchieren. Ich nutze ganz gerne etwas wie ####, weil ich so alle Stellen durch die Suchen-Funktion in Word später sehr leicht wieder finden kann.

Ein weiterer Vorteil, wenn du so recherchierst: Du sammelst mehrere Fragen, die du wahrscheinlich an derselben Stelle beantworten wirst. Du vermeidest also doppelte Arbeit.

Fehler 3: Das merk ich mir

Okay, du hast nicht auf mich gehört und nur mal gaaanz schnell nachgeguckt, wie viele Menschen in New York leben, wann das erste Smartphone auf den Markt kam oder wie lange Guppys im Schnitt leben. Du hast deinen Text ergänzt und munter weitergeschrieben. Und bei der Überarbeitung fragst du dich, wo du die Info noch mal her hattest. Und findest sie beim besten Willen nicht mehr wieder.

Wenn du etwas für dein Buch recherchierst, dokumentiere am besten gleich, wo du die Information gefunden hast. Wenn du ein Buch zitierst, schreib dir Titel, Name, Verlag und Veröffentlichungsjahr heraus – das wird dir die Arbeit später erleichtern. Wenn du online fündig wirst, notiere dir die URL, das Datum der Recherche und mache am besten einen Screenshot oder speichere die Seite als PDF auf deinem Rechner. Dann kannst du später immer noch mal nachschauen, woher du welche Information hast. Das hilft dir dann zum Beispiel auch im Lektorat.

Ganz wichtig: Recherchen sind dazu da, dein Buch besser zu machen, fundiertere Informationen zu liefern, Dinge genauer darzustellen. Sie sind wichtig dafür, dass dein Buch gut wird. Ohne zu schreiben, wird dein Buch aber nicht mal fertig – und deswegen sollte das Schreiben immer zuerst kommen – in deiner Prio und meistens auch zeitlich.

Erzähl mal, wie hältst du es mit der Recherche?

Was sagst du dazu?

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Meine großen Leidenschaften sind Lernen, Schreiben und Bloggen. Diese drei Dinge bestimmen mein Leben täglich und sie erweitern beständig meinen Blick auf die Welt. Meine Mission ist es daher, Menschen dabei zu helfen, ihr Potenzial in diesen Bereichen auszuschöpfen. Ich weiß, dass gerade das Schreiben auch einen heilenden Effekt haben kann und freue mich umso mehr, Menschen als Coach und als Mentorin auf dem Weg zu ihrem kreativsten Selbst zu begleiten.

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