Kennst du das? Gestern noch lief dir alles wie von selbst von der Hand, aber heute kannst du dich zu nichts aufraffen. Statt etwas zu schreiben, schaust du Katzenbilder bei Facebook an, statt an die Steuererklärung zu gehen, lässt du dich von neuen Rezepten auf Pinterest inspirieren. Damit ist man zwar den ganzen Tag beschäftigt, aber leider überhaupt nicht produktiv.

Ich persönlich kenne das nur zu gut. Und auch, wenn es wichtig und gut ist, nicht immer nur produktiv zu sein, fühle ich mich am Ende eines Tages, an dem ich so gar nichts geschafft habe, dann doch nicht gut. Also habe ich begonnen, Strategien zu entwickeln, auch dann Dinge erledigen zu können, wenn ich eigentlich gar keine Lust dazu habe.

Dabei habe ich festgestellt, dass die Motivation nicht „einfach so“ fehlt. Wenn wir nicht gerade krank sind oder etwas wirklich schönes vorhaben, ist es ja ein Luxus, an den Aufgaben arbeiten zu dürfen, die man selbst für am wichtigsten hält. Das bedeutet, das es meistens andere Ursachen gibt, warum die Motivation fehlt, und wenn man diese versteht, kann man leichter etwas dagegen tun.

Dinge erledigen, obwohl man überhaupt keine Lust hat? Das geht!

Oft erfährt man solche Motivationslöcher nämlich, wenn Aufgaben zu groß erscheinen, wenn man sich davor fürchtet, sie nicht erfüllen zu können, oder auch, wenn man gedanklich gerade abgelenkt oder einfach sehr, sehr müde ist. Wenn du das nächste Mal ein Motivationstief hast, beobachte dich genau und frage dich, was die Ursache dahinter ist. Meist erkennt man relativ schnell, was wirklich los ist.

Die 5 Tipps, die ich aufgelistet habe, helfen in unterschiedlichen Situationen. Es gilt also immer: Zuerst schauen, warum du unmotiviert bist, dann den Tipp auswählen, der am besten zu deiner aktuellen Situation passt. Dann kannst du auch besser die Dinge erledigen, die gerade anstehen. Und wenn man dann erst wieder im Flow ist, läuft ohnehin alles wie von selbst.

Meine 5 Tipps, wie du Dinge erledigen kannst, auch wenn die Motivation im Keller ist

Tipp 1: Mach dir einen möglichst konkreten Plan

Einen großen Felsen kann man nicht bewegen, einen gleich großen Haufen Kieselsteine aber schon, und zwar einen nach dem anderen. Wenn du merkst, dass die Ursache für deine Unproduktivität ist, dass du nicht weißt, wo du anfangen sollst, ist Planung angesagt. Einen Roman schreiben zu wollen, kann beängstigend sein. Eine Struktur aufzubauen, zwei bis drei Figuren zu entwickeln, Ansprechpartner bei Verlagen zu recherchieren, sind dagegen überschaubare Aufgaben.

Wenn du nicht weiterkommst, weil die Aufgaben zu groß sind, mache Folgendes:

  • Breche deine große Aufgaben in viele möglichst kleine Aufgaben herunter. Wichtig dabei ist, dass sie in sich abgeschlossen sind, also ein messbares Ergebnis haben, und dass sie in einem überschaubaren Zeitrahmen erledigt werden können. Super sind zum Beispiel 15-30 Minuten. So lange kann man gut die Konzentration aufrecht erhalten.
  • Strukturiere alle Aufgaben zu einem größeren Plan, zum Beispiel in einer Liste. Dadurch behältst du den Überblick. Außerdem erkennst du so sehr leicht, welche Aufgaben von anderen abhängen. Dies gibt dir sofort eine gute Reihenfolge vor.

Wenn du häufiger das Problem hast, dass deine Aufgaben zu groß sind, um sie zu beginnen, kannst du auch ein Projekmanagement-Tool nutzen. Ich persönlich schreibe all meine Aufgaben in Asana. Wenn man sich einmal angewöhnt hat, alle Aufgaben dort zu pflegen, hilft einem die Struktur auch über Motivationstiefs hinweg. Denn schön sauber in eine Liste eingetragen verliert noch die größte Aufgabe ihren Schrecken.

Tipp 2: Beseitige Störungen

Das ist etwas, was ich in meiner Ausbildung zur Entspannungstrainerin gelernt habe: Störungen sofort beseitigen. Wenn dich etwas von deiner Konzentration abhält, kannst du natürlich auch keine Dinge erledigen. Also: schnellstmöglich weg damit!

Natürlich sind hiermit auch Störungen à la Facebook und Pinterest gemeint. Auch wenn dies eher Ablenkungen sind und man sich darauf erst einmal einlassen muss, „stören“ sie. Social Media hat den Fernseher als Produktivitätshemmer Nummer 1 mittlerweile klar verdrängt. Also Vorsicht, wenn Facebook und Co. nur einen Klick entfernt sind!

Es gibt aber auch andere Störungen, die dafür sorgen können, dass man nichts mehr erledigt bekommt. Deine Nachbarin hat dich angemotzt (natürlich grundlos), du wartest auf einen dringenden Anruf, ein Kunde hat eine Rechnung nicht bezahlt? Klar denkst du jetzt nicht an deine üblichen Aufgaben!

In einem solchen Fall gibt es nur zwei Möglichkeiten: aus der Welt schaffen oder ignorieren. Aus der Welt schaffen könnte man zum Beispiel den Streit mit der Nachbarin, indem man mit ihr spricht. Den dringenden Anruf kann man aber vielleicht nicht selbst herbeiführen. Wenn das Warten dich so sehr in Beschlag nimmt, dass du wirklich zu nichts mehr kommt, dann solltest du bis zum Anruf wirklich keine Dinge erledigen. Denn das ist dann einfach nicht der richtige Zeitpunkt.

Wenn du dich aber nur in etwas hinein steigerst, eigne dir schnellstmöglich Techniken an, gelassener zu werden und Störungen auszublenden. Eine Methode, die ich sehr gerne hierzu anwende, ist das Autogene Training. Aber auch Meditation, Yoga oder Sport helfen, um einen ungeordneten Kopf wieder klar zu bekommen.

Tipp 3: Mach gezielt Pausen

Ein Grund, warum du nicht konzentriert an deinen Aufgaben arbeitest, kann auch sein, dass dein Körper dir das Signal gibt, dass es Zeit für eine Pause ist. Und auf deinen Körper solltest du hören! Produktiv kann man nämlich nur sein, wenn man zwischendurch neue Energie tankt. Also: immer mal wieder Rechner ausschalten, an die frische Luft, ein bisschen Musik hören, bewegen…

Wenn du merkst, dass du häufiger energielos bist, weil du zu viel durcharbeitest, plane deine Pausen gezielt in den Arbeitstag ein. Am besten machst du (je nach Tätigkeit) alle ein bis zwei Stunden eine kurze bis mittlere Pause. Gut ist, wenn du dir im Vorfeld schon vornimmst, was du in der Pause machst. Du kannst morgens zum Beispiel eine Tee-Pause machen, mittags zum Essen raus gehen und nachmittags noch mal einen kleinen Spaziergang um den Block machen.

So bekommst du neue Energie und auch neue Eindrücke, was auch noch positive Auswirkungen auf deine Kreativität hat.

Tipp 4: Schaffe Abwechslung in den Aufgaben

Die schönste Aufgabe wird monoton, wenn man nur noch sie macht. Wenn ein fantastischer Sänger einen noch so schönen Ton über eine Stunde hinweg hält, wird das sehr schnell langweilig. Und irgendwann nervtötend. Erst verschiedene Töne machen Musik, und die Abwechslung sorgt dafür, dass Aufgaben zu einem Projekt werden – und damit Spaß machen.

Dinge erledigen wird umso besser, je mehr Abwechslung man hat. Auch hier hilft eine kleinere Aufgaben-Einteilung. Hat man viele kleine Blöckchen und nicht einen großen Block, kann man viel leichter zwischendurch etwas anderes, neues machen, was einem wieder Energie für die langweiligeren Tätigkeiten gibt.

Tipp 5: Zeige dir das Ziel!

Wenn du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer. (Antoine de Saint-Exupéry)

Ganz wichtig, wenn du Dinge erledigen willst: Du bist nicht dein Feind. Du bist dein wichtigster Verbündeter, dein eigener Chef und dein Mitarbeiter. Also solltest du dich auch so behandeln. Und wenn du die Motivation verloren hast, erinnere dich noch mal daran, wofür du das Ganze machst.

Wenn du alles, was du je geschrieben hast, in den Kamin werfen möchtest, nimm ein Blatt Papier, schreibe deinen Namen und deinen Romantitel drauf und falte es um ein Buch. Sieht das nicht gut aus? Lohnt es dafür nicht, Gas zu geben?

Und wenn das Ziel noch in sehr weiter Entfernung liegt, belohne dich zwischendurch für die langen Durststrecken. Schenke dir selbst eine kleine Aufmerksamkeit oder Auszeit, wenn du ein wichtiges Zwischenziel erreicht hast. Die ganz große Belohnung ist das Ziel, das du erreichst. Aber zwischendurch kann ein kleiner Bonus auch nichts schaden.

Ich hoffe, ich konnte dir mit meiner kleinen Liste helfen, und habe dich nicht zu lange von deiner eigentlichen Arbeit abgehalten. Bevor es wieder ans Dinge erledigen geht, teile mir doch deine Tipps mit.

Wie motivierst du dich dazu, Aufgaben anzupacken, wenn du mal einen Durchhänger hast?

Bring mich hin!

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