Podcast-Episode 001: Warum tun wir uns mit dem Anfangen so schwer?

“Hic sunt dracones” - Hier sind Drachen. 

Vielleicht kennst du den Ausdruck ja. Im Englischen ist er ziemlich verbreitet. Wer “Here be dragons” sagt, will vor etwas Unbekanntem, Riskanten warnen.

Der Satz stammt von einem der ältesten bekannten Globen der Welt, dem Hunt-Lenox-Globus. Dort steht “hic sunt dracones” an der Stelle, an der Ost-Asien liegt. Dieser Globus ist Anfang des 16. Jahrhunderts hergestellt worden. Das war die Frühphase der europäischen Expansion, also die Zeit, in der die europäischen Länder gezielt ihre politische und wirtschaftliche Macht ausbauten. Als der Globus gezeichnet wurde, hatten die Europäer Ost-Asien noch nicht selbst bereist und wussten nicht, was da war. Logische Folgerung: Da kann’s nur Drachen geben.

Tatsächlich findet man Ähnliches auch auf alten Seekarten. Stellen, von denen man nicht wusste, was dort war, hat man gerne mit Ungeheuern aus Fabeln gekennzeichnet, zum Beispiel mit Seeschlangen.

Die Geschichte von “Hic sunt dracones” habe ich vor ein paar Jahren zum ersten Mal gehört. Bzw. ich habe sie gelesen, in einem Buch, das mir überhaupt nicht gefallen hat. Aber diese Geschichte ist hängengeblieben. Weil ich sie faszinierend fand. In meiner ganz pragmatischen Vorstellung hätte man da ja auch einfach hinschreiben können: “Kennen wir nicht.” Einen leeren Flecken lassen. Ein Fragezeichen. Schraffieren.

Ich habe als Kind auch gerne Karten gemalt. Zusammen mit meiner Schwester. Wir haben Schatzsuche gespielt oder Forscherinnen und dafür brauchten wir natürlich Karten von unserer Umgebung. Ein paar Häuser und Straßen kannten wir ganz gut, dahinter war für uns aber alles unerforschtes Gebiet. Also mussten wir auch Karten auffüllen. Mit Schlössern, verwunschenen Wäldern, Schätzen - und mit Wegen dorthin. Denn nur weil wir die ganzen anderen Gegenden noch nicht kannten, hieß das ja nicht, dass dort noch niemand vor uns war. Drachen gab’s in unseren Karten jedenfalls nicht.

Warum erzähle ich dir hier, in meiner allerersten Podcast-Folge, etwas von Drachen, Globen und Landkarten?

Natürlich ist der Schriftzug “Hic sunt dracones” in seinem gesamten Kontext vor allem ein Beispiel für ein eurozentrisches Weltbild. Aber darum soll es jetzt hier gar nicht gehen, da gibt es viele Menschen, die viel besser darüber erzählen können als ich und viel mehr Wissen zum Thema haben.

Mir geht’s darum, dass sehr viele von uns denken, dass das, was wir kennen, automatisch weniger gefährlich, weniger riskant ist als das, was wir nicht kennen. In unserer inneren Landkarte für unseren Weg durch unser eigenes Leben, zeichnen wir selbst auch manchmal Drachen ein. Wir wissen nicht, wie es sein wird, wenn wir endlich unser Buch schreiben und veröffentlichen. Zack, ein Drache auf der Landkarte. Selbstständig machen wäre super, aber keine Ahnung, was dann passiert. Noch ein Drache. Eigentlich würden wir gerne ein ganz neues Projekt anfangen, aber da fehlt uns ja noch die Erfahrung. Drache. Endlich den eigenen Podcast starten, wäre super, aber … hier sind Drachen.

Und der Podcast ist auch gleich ein schönes Beispiel. Ich habe mir schon lange vorgenommen, ihn zu starten, aber irgendwie war ich nicht gut genug vorbereitet, hatte keine Idee, keine Zeit. Also, Ausstattung steht hier schon länger, jede Menge Post-its zu möglichen Themen hängen an der Wand, Buch ist längst gekauft und gelesen und zwei Serien habe ich auch komplett geguckt. Also lag’s vielleicht gar nicht an den Gründen, die ich ja auch mir selbst gebe. Sondern an einem Drachen, den ich auf meiner eigenen Landkarte eingezeichnet hat. Und der mich davon abgehalten hat, einfach mal das anzufangen, was ich machen will.

Anfangen ist großartig, oder?

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Ein gezeichneter Drache. Kein echter. Und einer, den ich selbst gezeichnet habe.

Vielleicht kennst du das ja auch. Dass du endlich ein neues Projekt starten willst, ein Video drehen willst, ein Buch schreiben, in die Selbstständigkeit gehen. Irgendwas, was dich schon lange ruft und von dem du weißt, dass du es wirklich machen willst. Aber wenn’s ums Anfangen geht, bist du wie gelähmt. Vielleicht hast du dir dann irgendwann vor so langer Zeit, dass du dich selbst schon gar nicht mehr daran erinnerst, einen Drachen an die Stelle auf deiner Landkarte gemalt - und jetzt gehst du einfach nicht mehr dahin. Und vielleicht hast du den Drachen auch gar nicht selbst gemalt, sondern jemand anderes hat ihn da für dich hingezeichnet. Womöglich sogar aus gutem Willen heraus. Um dich zu warnen, dass da vielleicht was Riskantes liegt. Und jetzt hältst du Abstand zu etwas, was du wirklich machen willst, gehst die Wege, die du sehen kannst, weil andere sie die ganze laufen, und entfernst dich dadurch vielleicht sogar schon wieder von deinen Wünschen.

Dabei könntest du dich ja selbst ganz einfach davon überzeugen, dass da gar keine Drachen sind.

Denn: je näher man einer neuen Sache kommt, desto klarer sieht man auch, was da wirklich ist. Dass du auf dem Weg genau die Dinge findest, die du am Ziel auch brauchen wirst. Deswegen hilft’s meist, schon mal ein oder zwei Schritte in die richtige Richtung zu gehen, wenn man etwas Neues anfangen will. Das fühlt sich nicht gleich so groß an, tut nicht weh, und wenn man schon mal unterwegs ist, läuft’s auch gleich leichter. Hier sind nämlich gar keine Drachen. Hier sind Wege. Die schon andere gegangen sind. Und die du natürlich auch gehen kannst.

Wenn du dir also schon lange vornimmst, selbstständig zu werden, kannst du ja einfach mal neben dem Beruf die erste Kundin finden. Oder wenn du ein neues Projekt starten willst und dafür nicht gleich alles andere aufgeben möchtest, dann mach doch jeden Tag eine halbe Stunde etwas dran. Wenn du nicht gleich dein ganzes Buch veröffentlichen willst, schicke es ein paar Bekannten zu und frag sie nach ihrer ehrlichen Meinung.

Daraus gewinnst du nämlich Erfahrungen. Und was noch wichtiger ist: Erfolgserlebnisse. Du überzeugst dich selbst davon, dass die Drachen nur gezeichnet sind. Sogar mit Bleistift. Kannst du ganz einfach wegradieren.

Und sollte doch ein Drache da sein, ganz ehrlich: Wie cool ist denn bitte ein echter Drache?

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Meine großen Leidenschaften sind Lernen, Schreiben und Bloggen. Diese drei Dinge bestimmen mein Leben täglich und sie erweitern beständig meinen Blick auf die Welt. Meine Mission ist es daher, Menschen dabei zu helfen, ihr Potenzial in diesen Bereichen auszuschöpfen. Ich weiß, dass gerade das Schreiben auch einen heilenden Effekt haben kann und freue mich umso mehr, Menschen als Coach und als Mentorin auf dem Weg zu ihrem kreativsten Selbst zu begleiten.

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