So gehst du mit negativen Rezensionen um

Ein Buch zu schreiben ist sowieso schon eine Herausforderung: eine gute Struktur, so viel Text, die richtige Ansprache, etliche Fragen rund um die Veröffentlichung. Und wenn du fertig bist, lässt du das Buch los und kannst nicht mehr kontrollieren, was damit passiert. Wer es liest. Wie andere es finden. Wer es rezensiert. Und wie. Irgendwann steht sie vielleicht da, die erste negative Rezension. Und sogar schon lange, bevor sie dasteht, wirft sie ihre Schatten voraus und verbreitet Angst und Schrecken – so höre ich es immer wieder von Autor*innen. Tatsächlich blockiert schon die Möglichkeit einer negativen Rezension viele so sehr, dass sie ihre Veröffentlichung immer weiter aufschieben.

Ich rede gar nicht drum herum: Negative Rezensionen sind nicht schön. Sie verletzen, lösen Selbstzweifel aus (oder bringen sie wieder hoch), brennen sich viel besser ins Gedächtnis ein als positive Rezensionen. Gleichzeitig sind sie nicht mehr als eine Meinung. Ja, eine Meinung, die jemand öffentlich über dein Buch kundtut. Und trotzdem nur eine Meinung. Eine.

Und: Du kannst dich darauf vorbereiten. Mit meinem

3-Schritte-Plan für negative Rezensionen

Negative Rezensionen können sehr unterschiedlich sein. Entsprechend wirst du auch unterschiedlich auf negative Rezensionen recherchieren. Damit du ein bisschen Anschauungsmaterial hast, gibt’s hier zwei echte negative Rezensionen, die ich für zwei meiner Bücher bekommen habe.

Nr. 1:

Und Nr. 2:

Anhand dieser Beispiele zeige ich dir, wie du es dir leichter machst, negative Rezensionen nicht an dich heranzulassen.

Schritt 1: Abstand gewinnen

Egal, was in der Rezension steht: Gewinne erst mal ein wenig Abstand. Die unterschiedlichsten Gedanken werden durch deinen Kopf jagen, zum Beispiel:

  • Das stimmt so gar nicht! (Oder irgendeine andere »Verteidigung«)
  • Es war ein großer Fehler, das Buch zu veröffentlichen.
  • Jetzt kommen sicher nur noch negative Rezensionen.
  • Das macht meinen Schnitt kaputt.
  • Diese Person will mich verletzen.
  • Ich kann gar nicht schreiben.

Diese Gedanken sind normal. Sie entspringen Ängsten und Selbstzweifeln – und treffen oft genau unsere wundesten Punkte. Wenn wir diese Gedanken zu lange denken, werden sie zu unseren Überzeugungen oder Glaubenssätzen. Vielleicht sind sie das vorher schon gewesen und wir fühlen uns jetzt bestätigt.

Während du solche Gedanken denkst, triffst du nicht die besten Entscheidungen. Daher sollte der erste Schritt sein, Abstand zur Bewertung zu gewinnen. Nimm dir vor, die Rezension mindestens einen Tag lang ruhen zu lassen, sie kein weiteres Mal zu lesen und den kreisenden Gedanken so wenig Raum wie möglich zu geben. Wenn einer der Sätze gar keine Ruhe gibt, frag dich, ob er wirklich so stimmt. Ob er immer so stimmt. Oder ob du vielleicht Gegenbeispiele hast. Du kannst auch gerne andere Menschen fragen, ob diese Sätze stimmen.

Erinnere dich auch daran, dass jemand dein Buch und nicht dich als Person bewertet. Und wahrscheinlich selbst gerade sehr emotional war.

Im besten Fall konzentrierst du deine Gedanken auf andere Dinge: aufs Erschaffen von Neuem und nicht darauf, das bereits Geschaffene schlechtzureden.

Wenn du genug Abstand gewonnen hast, du die negative Rezension akzeptieren kannst und nicht mehr ständig daran denkst, kannst du dich an die nächsten beiden Schritte machen.

Schritt 2: Bewerten

Negative Rezensionen können tatsächlich wertvoll sein. Denn du erfährst von deinen Leser*innen, was ihnen an deinem Buch fehlt. Manche Menschen meckern aber auch einfach gerne rum. Wenn du Abstand gewonnen hast, kannst du die Rezension noch mal genau durchlesen und dich fragen:

  • Hat diese Person (teilweise) Recht?
  • Kann ich etwas aus der Rezension lernen?

Die erste Rezension oben bezieht sich auf mein Buch »Crashkurs Bloggen«. Ich hatte schon sehr viele positive Rezensionen bekommen, als diese hereinflatterte, sodass ich ziemlich gelassen war. Und ich sah direkt beim ersten Lesen: Stimmt, ich hätte den Begriff »WordPress« in den Titel oder Untertitel schreiben können. Alle anderen Gedanken habe ich zur Seite geschoben.

Die zweite Rezension hat mich tatsächlich mehr getroffen. Es war eine der ersten negativen Rezensionen, die ich überhaupt erhalten habe. Und ich fand sie zu diesem Zeitpunkt einfach nur unnötig, weil aus meiner Sicht klar wurde, dass hier das Buch gar nicht bewertet wird. Umso mehr habe ich mich darüber geärgert, weil das Ganze komplett außerhalb meiner Kontrolle lag. Und die Ein-Sterne-Rezension trotzdem da stand (und steht).

Mittlerweile weiß ich: Es ist nicht schlimm, wenn eine solche Rezension unter vielen positiven steht. Denn natürlich bewerten andere Menschen diese auch wie ich, wenn sie sie lesen. Hier hat jemand gemeckert, hatte vielleicht keine Lust, wieder mal im Bekanntenkreis ein Geschenk zu organisieren, und auch keine Zeit, das Buch zu lesen, vor allem, nachdem die Rezension ja auch schon Zeit gekostet hatte. Wenn ich heute solche Rezensionen lese, denke ich nur: »Ja, nun.« Solche Dinge passieren. Sie liegen außerhalb unserer Kontrolle und unsere Energie ist zu schade dafür.

Schritt 3: Reagieren

Nein, nein, du antwortest nicht auf die negative Rezension.

Du kannst aber das, was du aus der Rezension gelernt hast, umsetzen. Wäre der Crashkurs zum Zeitpunkt der Rezension noch auf dem Markt gewesen, hätte ich den Untertitel und das Cover überarbeitet – einfach, weil ich diese Kritik komplett einsehe.

Bei der zweiten Rezension habe ich nicht reagiert und würde es auch immer so handhaben. Tatsächlich habe ich einmal unterhalb einer (anderen) negativen Rezension kommentiert und nach konkreter Kritik gefragt. Das würde ich heute so nicht mehr tun, weil es nichts an der Rezension ändert und auch nicht dabei hilft, sie anders einzuordnen. Auch diese Energie würde ich mir mittlerweile sparen.

Wenn du beleidigt oder sogar bedroht wirst, solltest du natürlich reagieren und eine Löschung der Rezension und ggfs. weitere Konsequenzen einfordern.

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Meine großen Leidenschaften sind Lernen, Schreiben und Bloggen. Diese drei Dinge bestimmen mein Leben täglich und sie erweitern beständig meinen Blick auf die Welt. Meine Mission ist es daher, Menschen dabei zu helfen, ihr Potenzial in diesen Bereichen auszuschöpfen. Ich weiß, dass gerade das Schreiben auch einen heilenden Effekt haben kann und freue mich umso mehr, Menschen als Coach und als Mentorin auf dem Weg zu ihrem kreativsten Selbst zu begleiten.

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